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think right - Verbindung mit uns selbst

Dan Siegel "die Alchemie der Gefühle"

David Servan-Schreiber "die neue Medizin der Emotionen"

Jill Bolte Teylor: "auf einen Schlag"

Bernd Hufnagl "Besser fix als fertig".

Die rechte Gehirnhälfte ist direkt mit unseren subkortikalen Hirnarealen verbunden. Alle Information aus unserem Körper fließen über den Hirnstamm und das emotionale (limbische) System zum rechten Kortex. Aus diesem Grund vermittelt uns die rechte Hemisphäre ein direktes Gefühl des ganzen Körpers, seinen Gefühlen, sowie den Bildern und Eindrücken vergangener Erfahrungen, die dann unser autobiografisches Gedächtnis sind. Ein weiterer, äußerst wichtiger Aspekt ist das Möglichkeitsbewusstsein oder ein "sowohl als auch" Modus.

 


Im "sowohl-als-auch" Modus

Dieser bewirkt, dass wir die Welt in ihren Möglichkeiten sehen, was für ein Finden von Lösungen entscheidend ist. Im Gegensatz dazu arbeitet die linke Gehirnhälfte in einer entweder/oder Haltung, sprich "richtig oder falsch Modus", welche die Welt in ihren Details und Einzelheiten wahrnimmt. Dadurch werden Zusammenhänge getrennt und oft nicht wahrgenommen, somit auch intuitive Vorgänge viel schwieriger bis unmöglich. 

"Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösten, durch die sie entstanden sind". (A. Einstein)

 

 


die linke Hirnhälfte - der Elfenbeinturm

Links lebt in einer Art „Elfenbeinturm“ und in einer rationalen, linearen Gedankenwelt, bei der ein Gedanke dem anderen folgt. Verglichen mit ihrem Gegenpart – Rechts – ist sie deshalb auch entsprechend langsamer, da die rechte Gehirnhälfte parallel (d.h. mehrere Prozesse nebeneinander) bearbeitet. Links hat eine Vorliebe für sprachliches, logisches und rationales Vorgehen, sie liebt Details und erstellt gerne Listen (ToDo Listen). Die Entwicklung der linken Gehirnhälfte beginnt erst später, meist - im 2-3 Lebensjahr - über die Sprache bzw. das Verständnis von Dingen, die um uns herum stattfinden und die sie dann „einordnen“ kann. Beispiele dafür sind Fragen von Kindern: „Mama, warum ist der Himmel blau, die Wolken weiß usw.?, welche in diesem Alter beginnen. 

 

Links bietet in einem gewissen Sinn „die Illusion der rationalen Sicherheit“ weil dabei die Dinge scheinbar berechenbar scheint.  Kinder, die unter heftigen Gefühlsausbrüchen leiden, zeigen oft, dass sie sich  - wenn sie die emotionalen Erlebnisse nicht verarbeiten können – in den linken Denkmodus, zurückziehen. Damit verlegen sie ihr Bewusstsein, sowie ihre Wahrnehmung an einen „gefühlt“ sicheren Ort. Nur was  vorhersehbar oder berechenbar ist, scheint für sie akzeptabel. Wir alle wissen jedoch, dass das Leben nicht berechenbar ist und deshalb auch nur eine Illusion davon existieren kann.

(D. Servant-Schreiber "die Medizin der Emotionen)

 

 


in Verbindung mit uns selbst

Die Wahrnehmung unserer inneren körperlichen Zustände läuft hauptsächlich über unsere rechte Gehirnhälfte. Über die sogenannte Insula werden alle Signale oder Informationen aus dem Körperinneren an die mittlere Präfrontalregion des rechten Gehirns gesendet. Damit bekommen wir ein Gefühl darüber, was „in uns vorgeht“. Das heißt unserem aktuellen körperlichen emotionalen und gesundheitlichen Zustand. Gerade bei Babys ist dies äußerst wichtig, weil sie sonst – über schreien, weinen oder andere Signale - nicht angemessen darauf reagieren könnten. 

 

 


Handeln und nicht denken

Wenn wir in Stress kommen, wird ein Hormon freigesetzt, dass Kortisol (Hormon der Nebennierenrinde und Stresshormon) ausschüttet und somit in unserem Körper die „höchste Alarmstufe“ aktiviert. Als Stress wird eine Situation bezeichnet, auf die wir nicht angemessen reagieren oder mit ihr umgehen können. Grundsätzlich ist Stress eine hilfreiche – weil enorm schnelle – Reaktion, da wir durch zu langes Überlegen, uns noch größerer Gefahr aussetzen könnten. Angenommen Sie überqueren eine Straße und übersehen dabei ein herankommendes Fahrzeug, so wird nur eine sofortige Reaktion lebensrettend sein.

 

Sind wir häufig mit Situationen konfrontiert, womit wir nicht entsprechend umgehen können, kurz gesagt im Stress, wird der Kortisolspiegel andauernd bzw. chronisch hoch gehalten. Kortisol behindert das Wachstum, wie auch die Funktion von Nervenzellen. 

 

Cortisol wirkt direkt auf unser Angstzentrum, wodurch unsere Ängste verstärkt werden. Ein erhöhter Cortisolspiegel bewirkt, dass wir Vieles, was vielleicht gar nicht ängstigend wäre, als bedrohlich erleben. Alles dramatischer und wir sind im Daueralarm, weil wir den Blick auf die Gefahr nicht mehr verlassen können. Das Angstzentrum (Amygdala) hemmt den Verstand, wodurch wesentliche Funktionen des rationalen Planens und Denkens, sowie das Zurückgreifen auf bewusste Erfahrungen, Aufmerksamkeit oder die Entscheidungsfähigkeit und die Konflikt- und Impulskontrolle werden außer Gefecht gesetzt. (Quelle: B. Hufnagel „Besser fix als fertig“). 

 

 


auf einen (Hirn-)Schlag

Die rechte Hirnhälfte ist offensichtlich nicht nur für unser emotionales sondern auch soziales Ich zuständig. Ein Beispiel dafür liefert die Neurowissenschaftlerin Jill Bolte Taylor, die auf ihrer linken Hirnhälfte einen Schlaganfall erlitt und darüber in ihrem Buch „mit einem Schlag“ berichtet. Die Erkenntnisse aus diesem Vorfall stellt sie in beeindruckender Weise auch in ihren Vorträgen (Video hier) dar. Aktuelle Studien zeigen, dass die rechte Seite eine viel größere Rolle spielt, wenn wir mit Stress fertig werden möchten.

 

Kortisol scheint übrigens besonders dann in Übermenge produziert zu werden, wenn es zu sozialer Bedrohung kommt. Wenn man  von einer Gruppe ausgeschlossen oder sich nicht unterstützt und in seinem Status gegenüber der Gruppe bedroht fühlt. Fehlende Bindung „hemmt“ die Ausschüttung von Oxytocin. Dieses Hormon it sein Gegenspieler von Cortisol und reduziert effektiv unsere Ängste.  Je niedriger der Oxytocinspiegel (Bindungsgefühl) desto höher der Kortisolspiegel. Interessante Einblicke dazu liefert der Hirnforscher Bernd Hufnagel in seinem Buch "Besser fix als fertig".

 

 

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