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Think Right - die Verbindung zu uns selbst

Dan Siegl "die Alchemie der Gefühle"

Jill Bolte Teylor: "auf einen Schlag"

Bernd Hufnagl "Besser fix als fertig".

Think right - die Verbindung zu uns selbst

Ist direkt mit unseren subkortikalen Hirnarealen verbunden. Jegliche Information aus unserem Körper fließt über den Hirnstamm und das emotionale (limbische) System zum rechten Kortex. Aus diesem Grund vermittelt uns die rechte Hemispähre ein direktes Gefühl vom ganzen Körpers, seinen Emotionen, sowie den Eindrücken und Bildern vergangener Erfahrungen, die schließlich unser autobiografisches Gedächtnis bilden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der "sowohl als auch" Modus.


Im "sowohl-als-auch" Modus

Dieser bewirkt, dass wir die Welt in ihren Möglichkeiten und Lösungen sehen. Im Gegensatz dazu arbeitet die linke Gehirnhälfte in einer entweder/oder Haltung, welche die Welt in ihren Einzelheiten und Details wahrnimmt. Dadurch werden Zusammenhänge getrennt und intuitive Vorgänge viel schwieriger bis unmöglich. Die Dominanz unserer Denkgewohnheit – links über rechts bzw. rechts über links – können im ersten Fall zu starrem Denken und im zweiten Fall zu chaotischem  Denken führen. 

 


der Elfenbeinturm

lebt in einer Art „Elfenbeinturm“ und in einer rationalen, linearen Gedankenwelt, bei der ein Gedanke dem anderen folgt. Verglichen mit ihrem Gegenpart – rechts – ist sie deshalb entsprechend langsamer, da die rechte Gehirnhälfte parallel (d.h. mehrere Prozesse zugleich) arbeitet. Die linke Hirnhälfte besitzt eine Vorliebe für sprachliches, logisches und rationales Vorgehen, sie liebt Details und erstellt gerne Listen (ToDo Listen), zudem sorgt sie gerne für Ordnung. Auch die Entwicklung der linken Gehirnhälfte beginnt erst später, meist - im 2-3 Lebensjahr - über die Sprache bzw. das Verständnis von Dingen, die um uns herum stattfinden, welche sie dann „einordnen“ kann. Beispiele dafür sind Fragen von Kindern: „Mama, warum ist der Himmel blau oder die Wolken weiß?, die in diesem Alter beginnen. 

 

Links bietet in einem gewissen Sinn „eine Illusion von rationaler Sicherheit“ weis sie berechenbar scheint.  Kinder die z.B. von heftigen Gefühlsausbrüchen mitgerissen werden, zeigen, - wenn sie diese emotionalen Erlebnisse nicht verarbeiten können – dass sie sich in den linken Modus, also die linke (rationale) Gehirnhälfte zurückziehen. Damit verlegen sie ihre Wahrnehmung, sowie ihr Bewusstsein an einen „gefühlt“ sicheren Ort. Nur etwas, das  vorhersehbar oder berechenbar ist scheint für sie akzeptabel. Wir alle wissen jedoch, dass das Leben keine Vorhersehbarkeit kennt und deshalb auch nur eine Illusion davon existieren kann. 

 

 


in Verbindung mit uns selbst

Die Wahrnehmung unserer inneren körperlichen Zustände – also Innenwahrnehmung – läuft hauptsächlich über unsere rechte Gehirnhälfte. Über die sogenannte Insula werden alle Signale oder Informationen aus dem Körperinneren an die mittlere Präfrontalregion des rechten Gehirns gesendet. Damit bekommen wir ein Gefühl darüber, was „in uns vorgeht“, also unserem aktuellen körperlichen emotionalen und gesundheitlichen Zustand. Gerade bei Babys ist dies enorm wichtig, weil sie sonst – über Schreie, Weinen oder andere Signale - nicht angemessen darauf reagieren könnten. Eine derartiger Angstzustand oder Hilflosigkeit wird allgemein als Stress bezeichnet. 

 


Handeln und nicht denken

Wenn wir in Stress kommen, wird ein Hormon freigesetzt, dass Kortisol (Hormon der Nebennierenrinde und Stresshormon) ausschüttet und somit in unserem Körper die „höchste Alarmstufe“ aktiviert. Als Stress wird eine Situation bezeichnet, mit der wir nicht angemessen umgehen können, bzw. wissen, wie wir uns entsprechend verhalten können. Grundsätzlich ist Stress eine ausgezeichnete – weil enorm schnelle – Reaktion, da wir uns durch „zu langes Überlegen“ noch größerer Gefahr aussetzen könnten. Angenommen Sie überqueren eine Straße und übersehen dabei ein herankommendes Fahrzeug, so wird nur eine unmittelbare Reaktion lebensrettend sein. Sind wir jedoch häufig mit Situationen konfrontiert, mit denen wir nicht adäquat umgehen können, also ständigen Stressauslösern, so wird der Kortisolspiegel andauernd bzw. chronisch hoch gehalten. Kortisol verhindert zudem das gesunde Wachstum, sowie die Funktion von Nervenzellen. 

 

Cortisol wirkt aber auch aktivierend auf unser Angstzentrum, dadurch werden unsere subjektiven Ängste „ verstärkt“. Ein erhöhter Cortisolspiegel bewirkt also, dass wir vieles angstbesetzt erleben. Uns scheint alles dramatischer und wir sind in ständiger Alarmbereitschaft, weil wir den „Gefahrensuchmodus“ nicht mehr verlassen können. Zusätzlich problematisch wird, dass unser Angstzentrum den Frontallappen (Controller) hemmt. Wesentliche Funktionen „rationalen Planens und Denkens, sowie das Zurückgreifen auf bewusste Erfahrungen, Aufmerksamkeit, Entscheidungsfähigkeit und die Konflikt- und Impulskontrolle werden außer Gefecht gesetzt. (Quelle: B. Hufnagel „Besser fix als fertig“). 

 

 


auf einen Schlag

Die rechte Hirnhälfte ist offensichtlich nicht nur der Sitz unseres emotionalen sondern auch unseres sozialen Ichs. Ein beeindruckendes Beispiel dafür liefert die Neurowissenschaftlerin Jill Bolte Taylor, die auf ihrer linken Hirnhälfte einen Schlaganfall erlitt und darüber in ihrem Buch „mit einem Schlag“ berichtet. Die Erkenntnisse aus diesem Vorfall stellt sie in beeindruckender Weise auch in ihren Vorträgen (Video) dar. Zudem zeigen aktuelle Studien, dass die rechte Seite eine viel größere Rolle spielen, wenn wir mit Stress fertig werden möchten, da vor allem das soziale Erleben, sowie das damit verbundene Hormon Oxytocin, ein Gefühl von (sozialer) Sicherheit erzeugen. 

 

Kortisol scheint übrigens besonders dann in Übermenge produziert zu werden, wenn es zu sozialer Bedrohung kommt. Wenn man sich z.B. von der eigenen Gruppe ausgeschlossen, sich nicht unterstützt oder seinen Status gegenüber der Gruppe bedroht fühlt. Das fehlende Bindungsempfinden „hemmt“ die Ausschüttung von Oxytocin. Oxytocin funktioniert und wirkt wie ein Gegenspieler von Cortisol und dämpft effektiv unsere Ängste.  Je niedriger der Oxytocinspiegel (Bindungsgefühl) desto höher der Kortisolspiegel. Weitere interessante Einblicke dazu liefert der Hirnforscher Bernd Hufnagel 

 

>> hier gehts zur Buchbesprechung "besser fix als fertig" von Bernd Hufnagl

 

 


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