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warum wir fühlen?

Emotion - Die Moleküle der Gefühle

 

Eine Vielzahl an Untersuchungen ergab, dass negative Gefühle – Zorn, Angst, Traurigkeit, selbst Sorgen – starke Pulsschwankungen auslösen. 

Umgekehrt zeigt sich, dass wir unter dem Einfluss positiver Emotionen, wacher, aufmerksamer und in Folge auch klüger handeln.

 

Gute Gefühle erhöhen die innere Widerstandskraft (Resilienz), fördern Beziehungen, steigern die Lernfähigkeit, wie ebenso die Kreativität und "machen Menschen attraktiver". Insbesondere animieren sie die zerebralen Netzwerke, die mit Intelligenz in Verbindung stehen. Anders gesagt, Intelligenz braucht Gefühle.

 


"Die Art und Weise, wie wir den Alltag erleben, beeinflusst vorrangig die Grundstimmung unseres Gehirns            (R. J. Davidson - Nrueophysiology Uni Wisconsen)


Was genau sind Emotionen oder Gefühle?

 

Primäre Gefühle (Emotionen) werden durch äußere Reize auslöst und erzeugen durch angeborene Reaktionen dem entsprechenden Gefühl zugeordneten Körperzustand oder Verhalten. (Furcht, Wut, Freude, Ekel, Trauer). 

 

Sekundäre Gefühle (Gefühlsmuster) werden durch Denkprozesse ausgelöst, die mit Vorstellungen von  früher erworbener Erlebnissen und Erfahrungen verknüpft sind und lösen – jedem Menschen eigene – typische Reaktionen bzw. Verhalten hervor. Ein zentrales Merkmal ist die "Abrufbarkeit" von Gefühlen. Das heißt, alleine durch die Vorstellung an ein positives oder negatives Erlebnis (Erfahrung), lassen sich diese Gefühle wieder aufrufen. Diese Wesensmerkmal wird übrigens im Schauspiel (Theater, Film wie z.B. Lee Strassberg Methode) bewusst genützt. .

 

Gefühle und Empfindungen vermitteln zwischen rationalen, bewußten und nichtrationalen unbewußten Prozessen. Durch Rückmeldungen des (autonomen) Nervensystems über den veränderten Körperzustand werden die Gefühle bewusst gemacht. Ohne die Gefühlswelt würde ein Leben ziemlich „flach und grau“ erscheinen. Zudem wäre Rationalität ohne Emotionen oder Gefühle nicht möglich bzw. denkbar.



ein 350 Jahre "alter Irrtum"

Den Geist vom Körper zu trennen und anzunehmen, das Denken vollziehe sich losgelöst vom Körper war ein– von R. Descartes (1596-1650) mit seinem Lehrsatz „ich denke, also bin ich“ - „wissenschaftlicher“ Irrtum. Antonio Damasio widerlegte mit seiner Forschungsarbeit, die von Descartes entwickelte Vorstellung bei der der menschliche Intellekt unabhängig vom Körper oder den Gefühlen ist. Demzufolge

 

-       hängt Vernunft von unserer Fähigkeit ab, Gefühle zu empfinden

-       Empfindungen finden Ausdruc und Wahrnehmung im Körper und

-       der Körper ist das Bezugssystem (Bühne, Spielfläche) aller geistigen

        Prozesse.

 

Im Zentrum der Forschungen stehen die, über den Körper wahrnehmbaren (somatischen) Markierungen. Diese „Marker“ sind die Grundlage für all unsere Entscheidungen. Sie helfen uns beim Denken, indem sie Vorentscheidungen treffen und uns - ohne daß es uns meist bewußt wird - in eine bestimmte Richtung drängen. Sie warnen uns zum Beispiel vor Dingen, mit denen wir schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben oder lenken die Aufmerksamkeit auf etwas Wichtiges. Im Stirnlappen des Gehirns wurden dahingehend drei Fähigkeiten lokalisiert:

 

-       Körperwahrnehmung

-       Entscheidungsfindung und

-       zielorientiertes Denken



..wenn (negative) Gefühle aus den Fugen geraten

reißt es das emotionale Gehirn mit. Eine Vielzahl an Untersuchungen ergaben, dass negative Gefühle – Zorn, Angst, Traurigkeit und selbst alltägliche Sorgen – starke Pulsschwankungen auslösen.

 

Umgekehrt zeigen Studien, dass Gefühle wie Freude, Dankbarkeit oder Liebe, die Kohärenz (Übereinstimmung, Harmonie), wie auch die Gesundheit fördern.


"Binnen weniger Sekunden führen sie zu einer Welle, die bei einer Aufzeichnung der Pulsfrequenz förmlich ins Auge sticht".              


das "Ziel" unseres Gehirns - Wohlbefinden

Ständig streben wir den Zustand des „Wohlbefindens“ an. Dieses resultiert aus einer spürbare Übereinstimmung zwischen dem emotionalen Gehirnteilen, welche die Energie liefern und Richtung vorgeben, sowie dem kognitiven Gehirn (präfontaler Cortex), das die Durchführung reguliert und steuert. Die emotionale Intelligenz findet dann ihren Ausdruck, wenn beide Hirnsysteme in Übereistimmung zusammenarbeiten. 


"Interessanterweise gibt es ein sehr einfaches Anzeichen der Harmonie dieser beiden Gehirne - ein Lächeln."     (David Servan–Schreiber)



Der Wert positiver Gefühle

Barbara Fredrickson (Prof. Psychologie Univ. North Carolina) machte über ihre zahlreichen Studien sechs Fakten einer positiven Grundhaltung sichtbar

-       positive Gefühle sind anregend und angenehm

-       positive Gefühle erweitern den geistigen Horizont

-       positive Gefühle machen körperlich, seelisch und geistig flexibel

-       positive Gefühle fördern neue Ressourcen

-       positive Gefühle machen widerstandsfähiger (resilient)

-       positive Gefühls-„Überschuss“ bedeutet ein erfülltes Leben

-       positive Gefühle erzeugen eine Steigerungs-Dynamik (Aufwärtsspirale)

 

Ebenso konnte Barbara Fredrickson nachweisen, dass uns die positiven Gefühle vorrangig unserer Entwicklung dienen: 


„Sie haben den überragenden Zweck, die angeborenen zwischenmenschlichen, körperlichen und geistigen Ressourcen zu vergrößern. Mit dem Mittel des Vergnügens, verführt die Natur uns zu tun, was uns nützt.“

                                                                                                  (Barbara Fredrickson)


Wenn wir von positiven Gefühlen – nicht von positivem Denken – sprechen, dann bedeutet das nicht, dass negative Gefühle nicht stattfinden dürfen oder sollten. Alle Gefühle sind in der Gänze, gleich wichtig und sollten keinesfalls unterdrückt oder verdrängt werden. Ein zentraler Aspekt dabei ist das Verhältnis. Beispielsweisee haben leistungsstarke Teams einen Positiv-Quotient (Verhältnis) von 3:1 – hingegen erreichen leistungsschwache Teams bestenfalls mit einem Quotienten von 1:1. Positive Emotionen sind der Motor für Entwicklung.

 


Flow

 

M. Csikszentmihalyi benannte als Begriff des Wohlbefindens oder darin zu sein, als Flow. Es zeigt sich in dem Augenblick, in der sich ein Mensch in Harmonie zwischen dem, was er denkt und dem was er fühlt befindet.Das Gehirn verfügt über eine angeborene Neigung zum Flow.

 




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