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Immunität tanken

Immunkraftwerk Wald

Der Wald ist für viele Menschen ein Sehnsuchtsort. Der Wald setzt im menschlichen Körper Erholungs- und Regenerationsprozesse in Gang. Ähnlich den Pflanzen nimmt auch der Mensch die Energien seiner Umgebung auf. Neben seiner Schönheit und der Qualität des Sauerstoffs, baut die Stille und Kraft der Natur Stress ab, regeneriert bei Erschöpfung und Niedergeschlagenheit und beeinflusst „last but not least“ auch aktiv unser Immunsystem. 

mit freundlicher Genehmigung übernommener Artikel von business-reframing.de

In einem Feldexperiment sank bei Waldbesuchern der Blutdruck, im Speichel wurden signifikant geringere Cortisol-Werte gemessen und die Pulsfrequenz verringerte sich. Eine erhöhte Anzahl und stärkere Aktivität natürlicher Abwehrzellen wurde nachgewiesen, die Anzahl natürlicher Killerzellen, die erkrankte Körperzellen erkennen und zerstören, stieg ebenfalls. 

 

Gemeinsam schaffen viele Bäume ein Ökosystem, das Hitze- und Kälteextreme abfedert, viel Wasser speichert und sehr feuchte Luft erzeugt. Wird solch ein Umfeld erhalten, können Bäume viele hundert Jahre alt werden, Eiben sogar über tausend Jahre. Um das zu erreichen, muss die Gemeinschaft, von der das Wohl jedes einzelnen Baumes abhängt, erhalten bleiben. Ein gemeinsames Kronendach lässt Stürme darüber hinwegfegen und schützt den Waldboden vor Austrocknung. Die Baumstämme werden auch vor UV-Strahlung geschützt, die ihre Rinde altern lässt, ähnlich wie die menschliche Haut. Um das gemeinsame Dach zu erhalten, werden kranke Exemplare von gesunden über das Wurzelgeflecht mit Nährstoffen versorgt.   

Peter Wohlleben, „Das geheime Leben der Bäume – die Entdeckung einer verborgenen Welt“:

 


Lebensader Baum

Eine ausgewachsene Buche schickt pro Tag über 500 Liter Wasser durch ihre Zweige und Blätter. Bei einem heftigen Gewitter kann sich ein ausgewachsener Baum bis zu 1.000 Liter zusätzlich einverleiben, die er zu den Wurzeln leitet. Die ‚Wasserleitungen‘ der Laubbäume sind 0,5 mm stark, die der Nadelbäume 0,02 Millimeter. Bei starkem Durst schreien die Bäume, ihre Laute sind im Ultraschallbereich messbar. Buchen nehmen das Absägen von dicken Ästen übel, denn die Wurzeln sind optimal an die oberirdischen ‚Organe‘ angepasst. Werden Äste entfernt, fällt ein Teil der Fotosynthese aus und ein ebenso großer unterirdischer Teil verhungert.

 

Die Trennung zwischen Pflanze und Tier erfolgt durch die Art der Nahrungsbeschaffung: Tiere fressen andere Lebewesen, Pflanzen betreiben Fotosynthese. Bäume erzeugen dabei Kohlenwasserstoffe und speichern in Stamm, Ästen und Wurzelwerk bis zu 20 Tonnen CO2. Pilzgeflechte fungieren als ‚Internet des Waldes‘ Bei Stickstoffmangel geben Pilze ein tödliches Gift in den Boden, wodurch winzige Tierchen wie Springschwänze sterben, ihren im Körper gebundenen Stickstoff freigeben und so zum unfreiwilligen Dünger für die Bäume und den Pilz werden. Wenn der Baum stirbt, hat das CO2 in Form von Humus seine letzte Ruhe gefunden. Möchten wir Wälder als Mittel zum Kampf gegen den Klimawandel nutzen, müssen wir sie alt werden lassen.

 

 


Immunität tanken

Quelle: Clemens G. Arvey – „Der Biophilia-Effekt“:

Betrachten wir den Wald für ein paar Augenblicke etwas anders als gewöhnlich. ‚Der Wald, so wie jeder andere natürliche Lebensraum, ist ein Ort der regen Unterhaltungen, der dichten Kommunikation.‘  Der Begriff Biophilie (gr. bios ‚Leben‘ und philia ‚Liebe‘) wurde erstmals von Erich Fromm in seinem Buch ‚Die Seele des Menschen‘ (1964) erwähnt.

 

Aus der Neuro-Immunologie wissen wir, dass auch unser Immunsystem ein kommunikationsfähiges Sinnessystem darstellt. Es ist wie eine organische Antenne, welche die Pflanzenfunksprüche im Wald auffängt. Unser Immunsystem reagiert darauf sogar auf ähnliche Weise wie die Pflanzen selbst. Kommen wir mit den gasförmigen Terpenen in Kontakt, steigen nachweislich die Anzahl und die Aktivität der natürlichen Killerzellen. Das sind Immunzellen, die Viren aus dem Körper entfernen sowie potenzielle Krebszellen töten. Auch Tumore werden von den Killerzellen bekämpft. 

 

Schon ein ausgedehnter Waldspaziergang vermehrt die Killerzellen um etwa 50 Prozent und macht sie aktiver. Zwei Tage in einem Wald führen sogar zu einer fast 70prozentigen Steigerung. Das haben Mediziner einer medizinischen Universität in Tokyo herausgefunden. In Japan ist Waldmedizin bereits durch das staatliche Gesundheitswesen anerkannt. Auch die drei wichtigsten Anti-Krebs-Proteine, mit denen unser Immunsystem Krebszellen vergiftet, werden durch Waldluft gestärkt. Aber das ist noch nicht alles: Die Terpene in der Waldluft führen dazu, dass die Nebennierenrinde mehr von dem Herzschutzhormon DHEA produziert, das uns vor der koronaren Herzkrankheit und vor Gefäßverkalkung schützt. Bei Diabetes-Patienten ist sogar eine Senkung des Blutzuckerspiegels nachweisbar, um ein paar Beispiele aus der Waldmedizin zu nennen. 

 


Regenerationsbad

Fast alle Menschen empfinden Wald als etwas Schönes oder Angenehmes. Doch die Blickwinkel und Werte sind unterschiedlich, ob Großstadtbewohner, Förster oder als Investment-Banker. Das leuchtet ein, aber bleiben Gemeinsamkeiten, selbst wenn man die kulturellen und persönlichen Prägungen abzieht: natürliche Landschaften werden den bebauten bevorzugt. Den Grund dafür liefern „neue Wissenschaften“, die den Wald ebenso aus anderen Blickwinkeln betrachtet und zwar aus der Beziehung von Mensch und Natur.

 

Um diese Frage zu beantworten, schickten Wissenschaftler in einem Feldexperiment zwei Vergleichsgruppen los, eine in den Wald und die andere in die Stadt. Bei den Versuchspersonen beider Gruppen wurden über mehrere Tage verschiedene Reaktionen des Körpers gemessen und verglichen. Und siehe da:  bei den Waldbesuchern sank Blutdruck. In ihrem Speichel wurden signifikant geringere Cortisol-Werte gemessen, die ein Index für Stressreaktionen sind. Die Pulsfrequenz verringerte sich, und das bereits kurz nach dem Eintreten in den Wald. All dies sind Zeichen, die auf körperliche Erholungs- und Regenerationsprozesse hindeuten. Und so überrascht es auch nicht, dass sich die Waldbesucher der Studie insgesamt wohler, beruhigter und erfrischter fühlten. Bei den Stadtbesuchern konnte keine dieser Reaktionen gemessen werden.

 

Stadt -Land... mehr als nur Spiel

 

Nicht nur im Nervensystem wurden Veränderungen festgestellt, sondern auch das Immunsystem wurde positiv beeinflusst. In einer anderen Studie wurden bei Personen, die sich drei Tage im Wald aufhielten, eine erhöhte Anzahl und stärkere Aktivität natürlicher Abwehrzellen nachgewiesen. Bei einigen Versuchspersonen erhöhten sich sogar Anzahl und Aktivität sogenannter natürlicher Killerzellen – die erkrankte Körperzellen (z.B. virusinfizierte Zellen und Tumorzellen) erkennen und zerstören. Auch nach 30 Tagen waren diese Zellen noch aktiver als bei Personen, die sich drei Tage in der Stadt aufgehalten hatten. Die Forscher gehen davon aus, dass bestimmte Pflanzenstoffe in der Luft für diesen Effekt verantwortlich sind.

 

 


die Energie der Umwelt

(http://ekvv.uni-bielefeld.de/

An der Universität Bielefeld wurde eine bemerkenswerte Studie durchgeführt, welche zeigt, wie ein Energieaustausch zwischen Pflanzen stattfindet. Dabei wurde sichtbar, dass neben der Photosynthese noch eine weitere Energiequelle vorhanden ist. Leiter der Studie war/ist der deutsche Biologe Olaf Kruse, hier führt ein Link zu der Studie:

 

Olivia Bader-Lee, eine Therapeutin und Ärztin ging dieser Studie nach und folgerte daraus, dass auch der Mensch, die Energien seine Umgebung – ähnlich den Pflanzen – aufnimmt. Das ist auch der Grund, ob wir uns in einem bestimmten Klima, welches in einer Gruppe von Menschen vorhanden ist, wohl oder unwohl fühlen. ”Der menschliche Körper ist sehr ähnlich zu einer Pflanze, die Energie absorbiert und absaugt um deinen emotionalen Zustand zu füttern. Und er kann und die Zellen aktivieren und die Menge an Cortisol und Katabolismus erhöhen, die Zellen füttern, abhängig von dem emotionalen Bedürfnis.” (Olivia Bader-Lee)

 


Macht der Wald glücklich ?

Erstaunlicherweise wurden bei verschiedenen Studien gerade gut aufgeräumte Wälder als am erholsamsten und beruhigendsten ausgemacht. Entscheidend für die positiven Effekte des Waldes ist ein Gefühl von Sicherheit, Überschaubarkeit und Orientierung. Natürlich kann das auch in einem mehr oder weniger unberührten Nationalpark gegen sein. Doch stehen eben selbst die bewirtschafteten Wälder den positiven Effekten im Körper nicht entgegen. Für den Forstarbeiter mag der Wald ein Arbeitsplatz sein, für viele Erholungssuchende ist er trotz seiner Bewirtschaftung ein Ort der Erholung und des Kraftschöpfens.

 

Und es geht noch weiter: selbst Menschen, die den Wald nur virtuell besuchen, sprich ein Video von einem Waldspaziergang sehen oder sich per Videobrille in einem computergenerierten Wald bewegen, zeigen die gleichen körperlichen Veränderungen wie die Besucher eines echten Waldes. Zwar in abgeschwächter Intensität, aber dennoch nachweisbar. Ein japanisches Forscherteam konnte darüber hinaus zeigen, dass bei den Bewohnern eines Altenheims schon nach einem 15-Minütigen Aufenthalt auf einer waldähnlich bepflanzten Terrasse die physiologischen Stressparameter abnahmen.

 

Im Wald setzt der Körper ganz automatisch Erholungs- und Regenerationsprozesse in Gang. Weniger negative, mehr positive Emotionen, weniger Stress, Erschöpfung und Niedergeschlagenheit sind die Folgen. Der Wert unserer Wälder für unsere Gesundheit (und damit auch unsere Volkswirtschaft) lässt vor diesem Hintergrund kaum beziffern. Bedauernswerter Weise ist es Deutschland die Forstwirtschaft, die Anspruch auf den Wald erhebt.

 


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