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Mach's Dir selbst nicht so schwer

...lass das Grübeln, es bringt nichts Gutes

Verlieren Sie sich öfters in belastenden Denkschleifen oder wiederkehrende Gedanken und Grübeleien ? Kreist Ihr Denken um bestimmte Fragen wie: „hätte ich doch“ und „wenn ich nur“ … aber nur selten finden sie dabei eine Lösung? Kennen Sie das „was-wäre-wenn“ Spiel? Grübeln – das ist heute erwiesen – erhöht die Wahrscheinlichkeit in eine Depression zu schlittern. Beenden Sie dieses Spiel und steigen Sie aus dem „Karussell der Selbstzweifel“ aus. 

 

Wo kommt das Grübeln her?

Wie passiert’s, dass wir ins Grübeln kommen? Das ist einfach erklärt. Wir erleben eine (noch ungewisse oder unklare) Situation, unser Gehirn schickt uns dazu die gefühlten Erinnerungen von vergangen Ereignissen und konstruiert – weil es so seine Art ist – daraus vorweg mal eine Zukunftsprognose. Dann beginnt eine Analyse und Bewertung, die durch die vergangenen Erlebnisse, wie auch unser Alltagserfahrungen „gefärbt“ ist. 

 

Manchmal finden (fragende) Gedanken kein Ende und befördern uns in eine Abwärtsspirale, die schier endlos scheint. Gerne würden wir davon loslassen und befreien, denn insgeheim spüren wir, dass sie uns blockieren oder lähmen, auf keinen Fall besonders guttun oder helfen. Solche Gedankenspiralen tarnen sich geschickt als ganz normale Alltagsgedanken. Sie zehren an unseren Kräften und unserer Energie und versinken dabei langsam aber stetig in negativen Gefühlen.

 

Das Gemeine daran, sie lassen sich nur schwer - wenn überhaupt - unterdrücken. Probleme oder Konflikte im Kopf durchzuspielen ist ein normaler menschlicher Prozess und etwas ganz Gewöhnliches, wenn es bewusst und klar in dieser Absicht geschieht. Doch wenn daraus ein ewig sich wiederholender Prozess wird, der zu keinem spürbaren Ergebnis oder Entschluss führt, dann besteht der Verdacht, dass man in der Grübelfalle gelandet ist. Gerade für das Lösen von Problemen oder für eine Entscheidung sind solche Denkspiralen extrem hinderlich und in Folge beginnen wir – oft an uns selbst - zu zweifeln.

 

 


Der Simulator im Kopf

Der Ursprung des Grübelns – und warum es vor allem so leicht und unbemerkt – über uns kommt, liegt in den Anfängen, des kindlichen Denkens. Mit warum? warum? beginnen Kinder ab dem 2. Lebensjahr ihre linke (rationale) Denkebene vermehrt zu benützen und ihre Umwelt zu ergründen, die dann fortwährend an Dominanz gewinnt. 

 

In späteren Jahren folgt die Fantasie und dem "was wäre wenn" Spiel. Dabei beginnen sich Jugendliche Bilder auszumalen und begeben sich in eine Art Simulation (wie bei einem Flugsimulator) und Ergründen von möglichen Szenarien. Man könnte es auch als Gedankenreisen bezeichnen, womit wir ebenso bewusst in die Welt der Gefühle eintauchen.

 

Beispiel: „was wäre wenn?.... dieses Mädchen oder der Junge im Schulhof zu mir „hallo“ sagen würde?“ oder „was würden die anderen sagen, wenn ich diese coolen Klamotten hätte?“ usw. Und so kreisen dann gewisse Vorstellungen durch unseren Kopf und beleuchten eine Situation aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln.  

 

 

vertraut oder gefährlich ?

Solche Denkbewegungen sind uns demnach vertraut, ein früherer, doch eher positiv besetzter Begriff ist "nachsinnen", wir fühlen uns darin in gewisser Weise wohl und sicher. Solche Gedanken möchten die Bedeutung einer Situation, eines Gefühls oder den Fortgang einer Beziehung (z.B. Anerkennung oder Ablehnung) erforschen. Es geht darum etwas zu „ergründen“ (ein Verstehen wollen), um vielleicht daraufhin unser eigenes Verhalten steuern zu können.

 

Nachdem sich im Laufe unserer Entwicklung auch negative Erfahrungen in unser Leben gekommen sind, "mischen" sich diese gleichfalls in diesen Gedankenfluss. Unser Gehirn simuliert dann nicht mehr nur das "strahlend blaue Flugwetter", sondern richtet die Aufmerksamkeit besonders auf mögliche "ungünstige oder gefährdende Anzeichen", die das Wetter beeinflussen und uns (vielleicht erneut) treffen könnten.

 

Damit hier keine unverhofften Überraschungen entstehen, werden Vermutungen und Hypothesen aufgestellt. Das Gehirn bereitet sich auf Grund früherer Erfahrungen ständig auf die Zukunft vor und erzeugt einen Filter, mit dessen Hilfe wir vorwegnehmen, was gleich geschehen kann oder könnte.  

 

Weil wir aber nicht genau wissen oder vorhersehen können, was richtig ist oder nicht, verlieren wir uns leicht darin. Es steigert sich die Ungewissheit und das erzeugt eine Art „Zwickmühle“ die uns unsicher, unschlüssig und letztendlich passiv macht.

 

 


Grübeln kostet Kraft

Die Hoffnung auf eine Lösung, die für uns hilfreich ist, lässt das Gehirn, im Dauerbetrieb daran arbeiten und das kostet enorm viel Kraft und Energie. Das Gehirn hat den höchsten Energieverbrauch in unserem Organismus und so wird die Belastung – da wir ja auch noch für den Alltag Energien brauchen - immer größer. Was uns dabei oft nicht auffällt, ist, dass sich die Gedanken „nur im Kreis drehen“ also zu keiner wirklichen Lösung kommen, was zu einer verstärkten Unzufriedenheit führt. 

 

Auf dieser Suche begibt sich das Gehirn in unser „Erfahrungsarchiv“ um dort, über ähnliche, vergangene Erfahrungen zu einem Ergebnis zu gelangen. Bildhaft gesprochen wäre das in etwa so, als ob sie beginnen im Familienalbum zu blättern, um eine Lösung für ihrer aktuelle und gegenwärtige Situation zu suchen.

 

Unbewusst begeben wir uns damit  immer mehr in die Vergangenheit, graben und grübeln in uns herum, um irgendwo etwas zu finden, woran wir uns orientieren können. Gerade wenn wir verunsichert sind, sammelt unser Gehirn immer mehr Fakten, um eine mögliche Gefahr zu vermeiden und verstärkt damit unbewusst und automatisch die Blickrichtung auf die negativen Dinge. 

 

 

die Verstärkung der Unsicherheit

Wir sammeln immer mehr „Beweise“, welche die negative Sicht verstärken, Dabei machen sich Zweifel breit und Gedanken wie: „Wieso ich“, „warum passiert das gerade mir“, „oder was wäre gewesen wenn“ u.ä. kommen an die Oberfläche. Das können alte Erfahrungen, Probleme oder ein Mangel an Wertschätzung, Anerkennung oder Ähnliches sein. 

 

Damit sind wird dann schließlich in den „dunkleren Winkeln“ unseres Archivs angelangt, jenen Bereichen, die wir als unangenehm oder bedrohlich im Leben erfahren haben. Die Folge davon ist abzusehen, Gefühle wie Traurigkeit, Unzulänglichkeit, Kraftlosigkeit, Wut, Hilflosigkeit und Ohnmacht kommen hoch und verfärben immer mehr unsere Stimmung. Zwischen all den „Ordnern“ der unangenehmen Erfahrungen verstärkt sich natürlich auch der Eindruck von Aussichtslosigkeit und wird zu einem diffusen Sammelsurium an negativen Gefühlen. 

 

 

"Put Your lights on"

Carlos Santana beschreibt in seinem Song “put your lights on” (Link im Anschluss) wie wichtig es ist, aus diesen „düsteren Fantansien“ (there is a monster under my bed) heraus zu kommen. Schon als Kinder sehnen oder benützen wir das Licht, um uns nicht in solchen unangenehmen Zuständen zu verlieren, da es dazu tendiert sich immer mehr auszubreiten. Das Licht steht stellvertretend für die leuchtenden Fähigkeiten in uns und somit für die positiven und guten Gefühle, weil wir über diese zu Lösungen finden, vor allem aber unsere Kräfte und Energien wiedererlangen. 

 

Wenn wir diesen Mechanismus einmal erkannt haben, können wir aussteigen und die Negativschleifen beenden.  Wir erhalten nicht nur unsere Freiheit, sondern wieder mehr Leichtigkeit, Selbstvertrauen und eine positive Haltung zurück. Wenn wir dabei die „richtigen Schalter“ bewegen, stoppen wir den Prozess und können das Rad wieder in die andere Richtung drehen.

 

Grübeln stoppen

Mit der Erkenntnis, was Grübeln von förderlichem Denken unterscheidet und wie man diese Denkkreisläufe überwinden kann, erlangt man ein Verständnis, wie dem man in Zukunft gewappnet ist. Machen Sie Schluss mit belastenden Selbstzweifeln und zermürbenden Gefühlen. Werfen Sie Ballast ab und gewinnen sie (mehr) Lebensfreude zurück. 

 




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