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Meditation für Skeptiker

Geist und Gehirn

Einer der berühmtesten Vertreter neurobiologischer Forschung, der Nobelpreisträger Eric Kandel weist darauf hin, dass die Erkenntnissen über die Verbindung zwischen „mind“ (Geist) und „brain“ (Gehirn) ein neues Denken erfordern. Denn:

„alles, was wir geistig tun, seelisch fühlen und in Beziehungen gestalten, findet einen Niederschlag in körperlichen Strukturen, also im Körper“.


 

neue Wege bahnen

In der Sprache der Wissenschaft bedeutet Achtsamkeit, die innere Beobachtung aktivieren und sich darüber einerseits selbst zu erfahren, als zum anderen neue Wege im Gehirn zu bahnen. Mittels Kernspintomographie kann dabei nachgewiesen werden, dass sich durch Achtsamkeit das Gehirn im Frontalbereich verändert. Studien demonstrieren eindrucksvoll die Veränderbarkeit neuronaler Schaltkreise, die unser Bewusstsein bestimmen. 8samkeit öffnet die Augen für eine Realität jenseits der Gewohnheit und ermöglicht eine Freiheit, die entsteht, wenn wir die Spiele des eigenen Egos durchschauen.

 

innere Muster erkennen


Das Maß persönlicher Freiheit und Selbstbestimmung hängt davon ab, wie bewusst wir uns selbst sind. Mehr als 80% des alltäglichen Verhaltens erfolgt nahezu automatisch und unbewusst. Achtsamkeit ermöglicht die persönliche Wahrnehmung zu erweitern und sich von Denkmustern, Glaubenssätzen und eingefahrenen Verhaltensweisen zu lösen.

 

Meditation für Skeptiker


Zurzeit umfasst die Achtsamkeitsforschung mehrere tausend Veröffentlichungen. Die Untersuchung von Harald Piron (2003) ergab, dass durch Achtsamkeit, Erfahrungen in fünf Bereichen unterschiedlicher Tiefe zugeordnet werden können." (O.W.Barth, 2010)"


1. lösen von Unruhe, Motivations- u. Konzentrationsproblemen


2. Entspannung, Wohlbefinden, bessere Atmung, mehr Ruhe erlangen


3. Lösen aus belastenden Mustern, neue Erkenntnisse und ein höheres

    Veränderungspotenzial


4. Mehr Klarheit, Leichtigkeit, Verbundenheit, Selbstakzeptanz
 und

    Freiheit

5. Gegenwärtigkeit, Gedankenstille, Einssein, Bewusstseinsweite.


 

Körper & Gehirn

"Wenn wir damit beginnen könnten, die Welt anders zu betrachten oder anders zu denken, wenn es uns gelingt, nicht immer mit den gleichen Gefühlen auf dieselben Auslöser zu reagieren oder auch nur eine andere Körperhaltung einzunehmen, so hätte das enorme Folgen für alles, was auf der Baustelle Gehirn passiert. Am leichtesten passierte das, wenn wir beginnen, unseren eigenen Körper wieder zu entdecken. Weil er so eng mit dem Gehirn und mit allem, was dort geschieht, verbunden ist, bietet der Körper einen besonders guten Zugang zu allen Ebenen des Erlebens und Verhaltens und zu den im Hirn abgespeicherten Sinneseindrücken, den Gefühlen, den unbewussten Verhaltensmustern - nicht zuletzt zu den frühen Erinnerungen". (O.W.Barth,)

Haben wir darauf überhaupt einen Einfluss?

Wie oft sagen wir: „Wenn ich nur meine Situation ändern könnte“ und beißen weiterhin gleichzeitig die Zähne zusammen. Im gleichen Zustand tauchen aber immer wieder die gleichen Probleme auf.

Statt ständig zu versuchen, ideale äußere Bedingungen herzustellen, sollte man sich darauf konzentrieren, das Innenleben besser zu verstehen und zu regulieren (harmonisieren). In vielen Fällen sind dann oft die günstigen Umstände, welchen man ständig hinterherläuft, von selber da.

 

Wohlbefinden und emotionale Intelligenz

Quelle: Servant–Schreiber „Die Medizin der Emotionen“

Die emotionale Intelligenz findet dann angemessen ihren Ausdruck, wenn die beiden Hirnsysteme - das kortikale und das limbische - in Übereinstimmung zusammenarbeiten. Diesen Zustand des „WOHLBEFINDENS“ streben wir ständig an. Es ist die spürbare Übereinstimmung (Harmonie) zwischen dem emotionalen Gehirn, dass die Energie liefert und die Richtung vorgibt, sowie dem kognitiven Gehirn, dass die Durchführung reguliert.

 

„Seltsamerweise gibt es ein sehr einfaches Anzeichen der Harmonie dieser beiden Gehirne - ein Lächeln.“

 

Wie sich in Studien zeigt, genügt schon die Erinnerung an ein angenehmes Gefühl oder auch nur eine gedachte Szene, um sehr schnell einen Übergang in die Kohärenz (Übereinstimmung, Harmonie, Stimmigkeit) auszulösen. Dies wirkt sich auf das emotionale Gehirn aus, dem diese Stabilität signalisiert, dass physiologisch alles in Ordnung ist. Dieses Wechselspiel führt zu einem positiven Effekt, der sich mit ein wenig Üben herstellen und beibehalten lässt.

 

M. Csikszentmihalyi benannte als Begriff das Wesen des Wohlbefindens zu erlangen oder darin zu sein – FLOW. Es zeigt sich in dem Augenblick, in der sich ein Mensch in Harmonie zwischen dem, was er denkt, und dem was er fühlt, zwischen Kognition und Emotion befindet. Das Gehirn verfügt über eine angeborene Neigung zum FLOW.

Quelle: Servant–Schreiber „Die Medizin der Emotionen“

Gibt es dafür Beweise? Lässt sich das auch messen?

Man kann ziemlich deutlich – vor allem Zweiflern - beweisen, dass ihr Herz augenblicklich auf ihren Gefühlszustand reagiert. Zum einen über die Messbarkeit über die Pulsfrequenz, weiters über die Hautleitfähigkeit und zusätzlich noch über die Messbarkeit der Herzkohärenz.  

 

Pulsfrequenz

Mittlerweile belegen unzählige Untersuchungen, dass negative Gefühle – Zorn, Angst, Traurigkeit und selbst alltägliche Sorgen, starke Pulsschwankungen auslösen. Umgekehrt dass positive Gefühle wie Freude, Dankbarkeit und vor allem Liebe, die Kohärenz fördern. Binnen einiger Sekunden führen sie zu einer Welle, die bei einer Aufzeichnung der Pulsfrequenz förmlich ins Auge sticht.

 

Hautleitfähigkeit

„Am Anfang war der Körper“ ... erst danach entwickelten sich die einfacheren Fähigkeiten des Gehirns wie die Wahrnehmung des Körperzustands, zuletzt die komplexeren wie abstraktes Denken oder auch Selbstbewußtsein. Dies schlägt sich in unserem Denken noch heute nieder. Die jüngeren Fähigkeiten haben zwar eine gewisse Selbständigkeit erlangt, sind aber abhängig und durchdrungen von den evolutionär früheren Strukturen, welche die biologischen Überlebensinteressen des Organismus vertreten. Die emotionale Beeinflussung von Körperfunktionen durch Signale aus dem Gehirn kann ebenfalls zuverlässig über eine Messung der Hautleitfähigkeit bestimmt und gemessen werden. Diese Beeinflussung erfolgt unbewußt, bei normalen Menschen kann sie sowohl durch direkte Sinnesreize, wie auch durch die Erzeugung von Vorstellungsbildern ausgelöst werden.

 

Herz-Kohärenz

Wie Forscher des „heart-math-instituts®“ in einer Studie zeigten, genügt bereits die Erinnerung an ein angenehmes Gefühl oder auch nur eine gedachte Szene, um sehr schnell einen Übergang von einem chaotischen Herzschlag zu Kohärenz auszulösen. Dies wirkt sich gleichfalls auf das emotionale Gehirn aus, dem diese Stabilität signalisiert, dass also alles in Ordnung ist.

 

Nach einem sechswöchigen Forschungsprojekt an der Uni Stanford hatte eine Gruppe an einer Studie von Dr. Luskin  Das Stressniveau um 21% abgenommen, die Depression um 34%, die Atemnot (bei raschem Gehen) um 14%. Bei einer Kontrollgruppe mit konventioneller Behandlung hatte sich diese im gleichen Zeitraum verschlechtert. Die Blutwerte des Stresshormons (Cortisol), was mit hohem Blutdruck, Hautalterung, Akne sowie Abnahme des Gedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit zusammenhängt war um 23 % gesunken. Solche hormonellen Veränderungen spiegeln die tiefgreifende Wirkung von einer Kohärenzatmung wieder.

 

In einer weiteren Studie die Uni. Pittsburgh zeigten Forscher, dass das Stressniveau einer Person unmittelbare Auswirkungen auf das Herz-Hirn-System hat und Folgen in der Widerstandsfähigkeit (Immunität) hat. Die Abwehrbereitschaft gegen „äußere“ Feinde, war für die Dauer von sechs Stundeh gehemmt.

 

In einer Studie mit Führungskräften, die

an „Herzklopfen“ litten ging die Zahl der Symptome

nach einem Kohärenztraining, wie folgend zurück:

-        binnen 6 Wochen von 47% auf 30% zurück

-        binnen 3 Monaten auf 25%

körperliche Verspannungen verringerten sich von

-        41% auf 15%

-        nach 3 Monaten auf 6%

beim Gefühl von Erschöpfung von

-        50% auf 12%

bei Schlaflosigkeit von

-        34% auf 6%

bei Rückenschmerzen von

-        30% auf 6%

Angstgefühlszustände von

-        33% auf 5%

Unzufriedenheitsgefühle von

-        30% auf 9%

und Ärger- oder Wutgefühle von

-        20% auf 8%

 



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