Bio-Logik

.... wie unser Gehirn "tickt" und denkt

Fakt ist, wir können nicht gegen unser Gehirn oder die „evolutionären Programme“ arbeiten, solche Versuche enden in ungesunden Zuständen oder Krankheitsbildern wie Erschöpfung, Resignation, Burnout. Wenn wir beginnen unser Gehirn besser zu verstehen, kehrt viel Gelassenheit und Ruhe ein, gepaart mit einer kreativen und sozialen Intelligenz. 

 


"Logik ist so ziemlich das Letzte, womit sich unser Gehirn beschäftigt. Das Gehirn rechnet nicht, es will sich bloß wohlfühlen“. 

                                        Susan. B Greenfield (Neurologin)


Susan Greenfields Worte (Zitat Anfang des Artikels) fassen das Bestreben unseres Gehirns in einem Satz zusammen. Warum wir es oft anders erleben, hat vor allem damit zu tun, dass sich die Prioritäten unseres Gehirns, mit unseren persönlichen – alltäglichen, gesellschaftlichen, beruflichen usw. - Prioritäten – kreuzen. Psychische Belastungen, wie auch Erkrankungen scheinen rasant zuzunehmen. Die Auswirkungen eines nicht "hirngerechten Lebens" sind ja bereits deutlich erkennbar. 

 


Der Mythos vom "kühlen Kopf"

Die Verbindung von Denken und Fühlen ist ein Produkt der Evolution. Sie bewirkt, dass der Hirnteil, der die Emotionen beherbergt zugleich auch wesentliche Körpervorgänge steuert, ohne dass unser Bewusstsein darüber eine Kontrolle ausüben kann. Experimente erwiesen, dass bei einer Entkoppelung der Gefühlszentren (z.B. durch Krankheit oder Unfall), zwar ein logisches Denken möglich ist, doch keine vorausschauende (Handlungs-)entscheidungen getroffen werden können. Die Entscheidungsfähigkeit war immer kurzsichtig bis unmöglich, was die (Über-)Lebenschancen – evolutionär gesehen - auf ein Minimum reduziert.

. . . unser Gehirn ist auch kein Kochtopf

Die landläufige Meinung „Dampf abzulassen“ sei förderlich oder befreiend, ist eine, wo auch immer entstandener Irrtum. Darin liegt die potentielle Ursache, warum Überbelastungen wie chronischer Stress oder seelische Erkrankungen wie Depressionen uns erkranken lassen. In einem vom Dalai Lama im Oktober 2004 in Dharamsala (Indien) veranstalteten „Mind and Life“ Konferenz erklärte der Neuropsychologe R. Davidson (vgl. Begley 2007):


 

"Unser Gehirn ist kein Kochtopf. Im Umgang mit negativen Gedanken liegt das Geheimnis. Die Art, wie wir im Alltag reagieren beeinflusst vorrangig die Grundstimmung des Gehirns und somit in Folge auch unseres Lebensgefühls".

                                                  Dr. Richard Davidson


Vitamine für's Gehirn - Gute Gefühle

Es sind eine ganze Menge unterschiedlicher Botenstoffe, die im Zustand guter Gefühle aktiviert werden. Die bekanntesten dieser Botenstoffe (Hormone) heißen Dopamin, Serotonin aber auch Peptide wie Endorphine und Enkephaline gehören dazu. Auf diese Weise werden alle jene geistigen Netzwerke ausgebaut und verstärkt, um genau das zustande zu bringen, was der Person ganz besonders ‚am Herzen‘ liegt und weshalb sie sich erfreut hatte. Das ist es auch, was die Hirnforscher meinen, wenn sie sagen, dass das Gehirn so wird, wie und wofür man es nützt. Die Entscheidung darüber trifft nicht die Umwelt, sondern es ist eine subjektive Bewertung und Haltung.

Kleine Feuerwerke - Neugier und Interesse

Es genügt nicht wirklich, Denkvorgänge immer wieder zu wiederholen (programmieren), sondern wir lernen und orientieren uns vorrangig nach dem, was wir für wichtig halten. (Dieser Vorgang gilt gleichermaßen für Positives, wie auch Negatives.) Wofür sich ein Mensch – ein Kind, Erwachsener oder Greis – interessiert und im positiven Sinn begeistern kann, diese Netzwerke werden besonders aktiv und ausgebaut. Emotional „gefärbte“ Signale, wie beispielsweise Freude, werden dadurch bis in die Zellkerne der Nervenzellen weitergeleitet.

Die Fackel der Begeisterung

Für nichts lassen sich Menschen, auch schon als kleine Kinder, mehr begeistern als für das, was wir Glücksgefühle nennen. Glücklich sind Menschen immer dann, wenn sie Gelegenheit bekommen, ihre beiden Grundbedürfnisse nach Verbundenheit und Nähe einerseits und nach Wachstum, Autonomie und Freiheit stillen können. Wenn sie in einer Gemeinschaft mit anderen über sich hinauswachsen können.  

 

Wenn wir uns dabei auch noch für etwas begeistern können werden all jene Netzwerke ausgebaut und verbessert, die der betreffende Mensch in diesem Zustand der Begeisterung nutzt. Viele unterschiedliche Netzwerke werden aktiviert, schütten Botenstoffe aus. Diese schicken Signale bis in die Kerne der Nervenzellen und helfen dabei, genau das zustande zu bringen, was der oder den Person(en) ganz besonders am Herzen liegt.


 

"Im Zustand der Begeisterung geschieht etwas, was im Routinebetrieb des Gehirns nicht passiert. Wenn sich ein Mensch für etwas begeistert, kommt in seinem Gehirn die Gießkanne mit dem Dünger in Gang".

                                       Prof. Dr. Gerald Hüther


Es ist doch bemerkenswert, dass was bei uns Menschen genau das, was unser Leben faszinierend oder aufregend macht, für uns ebenso förderlich ist. "Unser Gehirn rechnet eben nicht, es will sich wohlfühlen".


Formate und Zeiten

Kontaktieren Sie uns


Vortrag: 30 min. - 1 Std.

interaktive Vortrag: 1 - 2 Std. 

Kurzworkshop: 3 - 4 Std. 

Tages-Event: 1 - 2 Tage 


Hinweis!! Gesundheitsfördernde Massnahmen werden vielfach gefördert. Es zahlt sich aus, nachzufragen und die Möglichkeiten zu nützen.